Das Leberblümchen

…ein Blümchen aus meiner Kindheit – jetzt mit anderer Bedeutung für mich…

Wer kennt es nicht – eines der ersten Blümchen im Frühjahr. Leuchtend blau – manchmal auch rosa bis fast weiß, mit gelbem „Stern“ in der Mitte. Im Wald, wenn noch alles verschlafen vom Winter ist, reckt es seine strahlenden Blüten meist in kleinen Grüppchen aus dem Braun zwischen den abgefallenen Blättern des Herbst.
Noch bevor seine neuen Blätter sprießen erfreut es uns mit seinem Erscheinen.
Aber Achtung: Es gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse und ist wie seine Verwandten schwach giftig (wie zB das Buschwindröschen und die Europäische Trollblume – beide schwach giftig, der Echte Eisenhut und die Christrose stark giftig).
Außerdem kann das giftige Protoanemonin äußerlich zu heftigen Hautreaktionen mit Blasenbildung – der sogenannten „Hahnenfuß-Dermatitis“ führen und innerlich Gastroenteritis (akute Magen-Darm-Entzündung) und Nephritis (Nierenentzündung) hervorrufen.
⇒ Beim Trocknen wird jedoch das toxische Protoanemonin in das heilwirksame Anemonin umgewandelt. Daher: nur getrocknet verwenden!
Das Anemonin besitzt krampflösende sowie schmerzlindernde Eigenschaften und wirkt antibiotisch.
Und: das Leberblümchen gilt als geschützte Pflanze – im Buch „Geschützte Pflanzen in Oberösterreich“ herausgegeben vom Land Oberösterreich ist es allerdings derzeit nicht aufgezählt. – Also besser stehen lassen uns sich in der Natur darüber erfreuen.
Im Mittelalter sah man in der Form der Blätter die menschliche Leber, weshalb die Pflanze – gemäß der Signaturenlehre – zur Behandlung von Leberleiden eingesetzt wurde. Hieronymus Bock beschrieb eine öffnende Wirkung des Leberblümchens auf eine verstopfte Leber und empfahl es zur Reinigung von Niere und Blase sowie für die Wundheilung.
Elisabeth Strauß schreibt in Ihrem Buch „Kräuter, mehr als nur Pflanzen“ über die volksmedizinische Anwendung: „…Tee wurde früher bei Leber- und Gallebeschwerden, bei Gallensteinen und -grieß, Reizerscheinungen im Kehlkopfbereich und bei Lungenleiden angewendet.“
Zur Mystik des Leberblümchen als Blütenessenz schreibt sie: „Alter Groll, Wut setzen sich oft im Körper fest. Beim Aufarbeiten unterstützt das Leberblümchen den Körper sowie die Seele sich vom Alten zu befreien. Liebevoll wird Platz für Neues geschaffen und das Herzchakra öffnet sich.

Das Leberblümchen – zusammengefasst:
Hepatica nobilis – Familie der Hahnenfußgewächse – giftig
Volkstümliche Namen: Guldenleberkraut, Leberkraut, Blaues Herzblumenkraut, Vorwitzerchen
Inhaltsstoffe: Anemonin, Anthocyane, Emulsin, Flavonolglykoside, Gerbstoffe, Harz, Hepatisaponin, Lactonglucoside, Protoanemonin, Saponine
Wirkung: leberschützend, blasenziehend, harntreibend, schleimlösend, schmerzlindernd – in der Homöopathie nutzt man es fallweise bei Leberstauungen und chron. Bronchitis.
Verwendete Pflanzenteile: von März bis Mai das blühende Kraut
Verwendung:
innerlich:
° als Tee: 2-3 TL unbedingt GETROCKNETES Kraut werden mit 1/4 lt. kaltem Wasser über 10 Stunden ausgezogen. Dann abseihen und auf Trinktemperatur erwärmen. Schluckweise, ungesüßt über den Tag verteilt trinken.
° als Tinktur bei Gallensteinen – (Zubereitung unten): 3x täglich 10 Tropfen in ein kleines Glas mit Wasser
äußerlich:
° als Gurgelwasser  – Zubereitung wie Tee
° Tinktur als Auflage bei Wunden und Entzündungen: 30 Tropfen auf ein Glas Wasser
Tinktur – Zubereitung:  5 EL getrocknetes Kraut mit 500ml Wodka bedecken. 3-4 Wochen bei Zimmertemperatur ziehen lassen, abseihen und in dunkle Flasche abfüllen → beschriften + Datum nicht vergessen!

Das Leberblümchen war Blume des Jahres 2013 in Deutschland.
Quellen: „Kräuter, mehr als nur Pflanzen“; Elisabeth Strauß, Landapotheke Frühjahr 2-2015, www.heilkraeuter.de


 


0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.